Medien_Recht

Medienrecht

 

Änderungen des Urheberrechtes 2008 ohne Auswirkungen für Mediennutzung in der Schule

Einsatz von Filmen und anderen audiovisuellen Medien einschließlich Computerprogrammen und Multimedia im schulischen Unterricht (Richtlinien Medieneinsatz ) UKWKMS Nr. III/5 - S 1387 - 12/91 690 vom 11.11.1996


Das Urheberrecht – und was Sie als Lehrer/in oder Mediennutzer in der Bildungsarbeit unbedingt beachten müssen


Am 1. September 2003 ist das neue Urheberrecht in Kraft getreten. Das betrifft auch den Medieneinsatz in der Schule bzw. alle Veranstaltungen, in denen es um nicht-öffentliche oder öffentliche Vorführungen geht.

 

1. Privat  ist privat – und sonst gar nichts

Das neue Urheberrecht definiert den privaten Medieneinsatz als das, was man auch landläufig unter "privat" versteht. Es geht um die persönliche Mediennutzung - quasi im „heimischen Wohnzimmer“- allein oder zusammen mit Menschen, die einem in direktem persönlichen Verhältnis verbunden sind, also z.B. Familienangehörige. Für alle anderen Formen der Mediennutzung, zum Beispiel in der Schule und in der außerschulischen Bildung, benötigen Sie die entsprechende Erlaubnis des Urhebers oder Rechteinhabers – und zwar unabhängig davon, ob es eine öffentliche oder nichtöffentliche Vorführung ist. Es ist auch unerheblich, um welchen Medienträger es sich handelt z. B. Videokassette, DVD, Intranet, PC oder Laptop – und last but not least auch 16-mm Kopien.

Medien finden Sie am schnellsten und kostengünstigsten bei ihrem Medienzentrum Neben dem Entleih gibt es auch zunehmend die Möglichkeit dort lizenzierte Multimedia-Produkte gegen Gebühren abzurufen. Alle anderen - vom Produzenten nicht lizenzierte Produktionen - sind im Einsatz illegal. Das Vergehen wird strafrechtlich bzw. zivilrechtlich verfolgt.

 

2. Scheißegal? – Nein: illegal!

Wäre es Ihnen gleichgültig, wenn jemand ihr Portemonnaie wegnimmt mit der Begründung, er brauche schnell Geld und Sie hätten doch sicher noch mehr? Es darf unterstellt werden, dass Sie sich zur Wehr setzen! Vergleichbar damit ist das unerlaubte Kopieren, das Mitschneiden von Fernsehsendungen, das Scannen von Produktionen, die einen Rechteinhaber haben, also jemandem gehören. Es handelt sich beim unerlaubten Kopieren schlicht um Diebstahl und einen Eingriff in die Rechte anderer - der Hersteller und Produzenten - und damit um ein einen Straftatbestand.

 

3. Mehr als ein Vernunftargument

Sie sollten aber nicht nur aus Angst vor Strafe korrekt beim Medieneinsatz handeln, sondern vor allem bedenken, welchen Schaden dieses

Verhalten anrichtet. Das illegale Kopieren schädigt die Hersteller von Bildungsmedien und das in einer Zeit, in der die Marktsituation sowieso schon äußerst schwierig ist. Wer also in den nächsten Jahren neue, qualitative hochwertige, für den Unterricht spezifisch hergestellte Medien haben möchte (von der Videokassette bis zur Multimedia-Anwendung), der sollte sich auch an die gesetzlichen Regelungen handeln. Alle anderen Verhaltensweisen stellen eine Schädigung dar.

 

4. Und welche Ausnahme gibt es?

Das Urheberrecht kennt bezüglich des legalen Einsatzes in der Schule von eigenen Mitschnitten nur wenige Ausnahmen:

  • Die Schulfunksendungen (§ 47, UrhG) Hier ist aber zu beachten, dass diese Mitschnitte nur im Unterricht verwendet werden dürfen und spätestens am Ende des auf die Übertragung der Schulfunksendung folgenden Schuljahres gelöscht werden müssen: Ohne wenn und aber.
  • Das Herstellen von Kopien einzelner Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften (§ 53, Abs. 3, UrhG)
  • Datenbanken (§ 87 c Abs.1 Ziff 3 UrhG)

 

5. Sie sind auf der sicheren Seite

und Sie haben etwas davon ...

... wenn Sie nur Medien Ihres Medienzentrums oder ggf. direkt vom Produzenten/Hersteller bzw. vom Medienzentrum erworbene und autorisierte Vervielfältigungsstücke einsetzen, da Sie damit die Entstehung neuer Multimedia- Entwicklungen unterstützen und sich so eine Menge Ärger für Anwalts-, Gerichtskosten und Schadensersatzforderungen ersparen.

 

Medienrecht für Lehrer: Legal - illegal - ...egal?

Sie haben diesen Spot über das Raubkopieren von Filmen im Kino vielleicht auch schon gesehen oder wurden durch ein nachgestelltes Fahndungsplakat irritiert, das Raubkopierer im Stile von Terroristen abbildet? Die Filmindustrie schlägt harte Töne an. Sie will und wird sich gegen die Schädigung durch illegalen Umgang mit ihren Medien massiv zur Wehr setzen. Die gesetzliche Grundlage dazu schuf der Bundestag mit seiner Novellierung des Urheberrechts im Jahr 2003. Was in der Vergangenheit als schulische Grauzone existierte, muss jetzt in neuem Licht gesehen werden. Nichtwissen schützt dabei nicht vor Strafe.
Das Urheberrecht macht allen Lehrkräften für den Medieneinsatz im Unterricht (PDF) spezielle Vorgaben. Der Erwerb von Medien mit besonderen Aufführungsrechten (sog. V+Ö-Rechten zum Verleih und zur nichtgewerblichen öffentlichen Vorführung) ist teuer und überfordert den einzelnen Schuletat. So kostet die DVD "Das Wunder von Bern" im Laden 10 €. Wir haben für die V+Ö-Lizenz für nur drei Jahre 250 € bezahlt. Eine didaktisch aufbereitete DVD liegt im Preis bei 350 €

 

Wichtige Links zum "Thema Medienrecht für Lehrer"

Dieser Artikel wurde im Juli 2005 überarbeitet. Die Rechtsauffassung für den Unterrichtseinsatz privat erworbener Filme (Originale!) hat sich geändert.